Die erste Hälfte des Films fand ich tatsächlich ganz schön langweilig. Zwar war auch da die Ausstattung schon toll mit den 60er-Jahre-Vibes, aber wirklich fesseln konnte er nicht. Da passierte zu viel nebenher, zu häufig traten Figuren auf, die für die Story an sich nicht wirklich wichtig sind, sodass man keinen Faden zu fassen bekam, an dem man sich hätte entlang hangeln können. Erst als die Hauptfigur Eloise immer mehr in die Visionen der Ereignisse rund um die Sängerin Sandie aus dem London der 1960er – toll gespielt von Anya Taylor-Joy – hineingezogen wird, nimmt der Film Fahrt auf und entwickelt sich zum Ende hin zu einem krassen Thriller mit Pscho-Horror-Vibes, wobei es Edgar Wright an der Stelle auch ein wenig überzieht. Aber vielleicht sind das noch Nachwirkungen seiner bisherigen Filme à la "Shaun of the Dead" oder "Hot Fuzz", denn mit "Last Night in Soho" versucht er sich erstmals (?) an einem wirklich schweren, dramatischen Thema. Insgesamt funktioniert das dann auch und sorgt ab der Mitte für wirklich spannende Unterhaltung. Dazu noch das überzeugende Styling der Figuren, das realistische Setting, ein – wie gewohnt bei Edgar Wright – toller Soundtrack ... all das macht den Film durchaus sehenswert.