Pedro Almodóvars "Madres paralelas" von 2021 ist ein typischer Vertreter seines Schaffens – eine ungewöhnliche und emotionale Story, die ihre Wirkung nicht verfehlt. Die Erzählung, die sich über zwei parallel verlaufende Lebenslinien von Müttern erstreckt, ist zunächst spannend und vielschichtig inszeniert. Visuell und stilistisch bleibt Almodóvar in gewohnter Meisterklasse: die Farben, die Kameraarbeit und die Schauspielerleistungen – allen voran Penélope Cruz – sind durchweg überzeugend.
Trotzdem hat der Film Schwächen. Die Erzählung, die anfangs als emotional dichtes Kammerspiel überzeugt, verliert im letzten Drittel an Stringenz und wird zunehmend konstruiert und holprig. Die Konzentration auf das Familiendrama, das lange Zeit den Kern bildet, wird schließlich durch einen plötzlichen Perspektivwechsel unterbrochen: Almodóvar versucht, in den letzten Minuten des Films einen Übergang zu einer erinnerungspolitischen Botschaft über die spanischen Bürgerkriegsopfer zu schlagen. Dieser Ansatz wirkt aufgesetzt und unpassend, weil er nicht organisch aus der vorangegangenen Geschichte hervorgeht. Hätte Almodóvar diese Thematik von Beginn an in den Fokus gestellt, hätte dies dem Film eine klarere Richtung gegeben.
Leider lässt dieser abrupte Wechsel den Gesamteindruck kippen. Was bis dahin ein stimmiges und fesselndes Drama war, wirkt am Ende wie eine unfertige Mischung aus Familiensaga und politischem Filmessay. Ein filmisches Highlight bleibt "Madres paralelas" dennoch, aber es fehlt ihm die erzählerische Kohärenz, um wirklich zu Almodóvars besten Werken zu gehören.