Kurusawas letztes großes Epos ist ein Meisterstück in dramatischer Erzählung und lässt sowohl in Dramaturgie als auch Spielweise der Protagonisten Shakespeares "King Lear" immer durchscheinen. Vor allem ist es aber die Bildsetzung und Kameraführung, die hier tief beeindrucken. Die Darstellung ist durch und durch stilistisch und verzichtet auf Realismus zugunsten von Symbolismen wie etwa der ständigen Verwendung der Zahl Drei und der Form des Dreiecks, was Kurusawa später einmal als "Sichtbarmachung der Struktur" bezeichnet hat. Hier wird die Form zum Inhalt und somit wirkt der ganze Film artifiziell und durchkomponiert, was all jene Zuseher verwirren wird, die hier ein Samurai-Actionspektakel erwarten. Kurusawa, der ganze Generationen westlicher Filmemacher von Sergio Leone über Martin Scorsese bis Quentin Tarantino beeinflusst hat, gelingt es hier in seinem Spätwerk, dem Film das zurückzugeben, was Film bedeutet: Künstlerischer Ausdruck in Form von Bildern. Und die Bilder, die er in "Ran" zeichnet, sind wirklich beeindruckend.