Das Motiv
Wählen wollen (wählen von mittelhochdeutsch
weln "prüfend aussuchen") beschreibt in Film und Fernsehen das ausdrückliche Bestreben einer Figur oder Gruppe, an einer politischen Abstimmung teilzunehmen und ihr demokratisches
Stimmrecht einzufordern. Häufig dient das
Wählen wollen als zentraler Handlungstreiber in historischen Dramen, um die Überwindung von institutioneller
UnterdrückungUnterdrückung ist die einem Individuum, einer Gesellschaft oder Menschengruppe leidvoll zugefügte Erfahrung gezielter Willkür, Gewalt und des Machtmissbrauchs. Als Synonym wird oft hierfür auch der Begriff Repression verwendet.
, Schikane oder bürokratischen Hürden wie
RassentrennungEine Rassentrennung bezeichnet die institutionelle, rechtliche oder faktische Absonderung von Menschengruppen im Alltag, in Wohngebieten oder in öffentlichen Einrichtungen anhand vermuteter rassistischer Merkmale oder ethnischer Zuschreibungen. Historisch institutionalisiert zeigte sich eine solche Rassentrennung vor allem im US-amerikanischen System der Jim-Crow-Gesetze sowie im südafrikanischen Regime der Apartheid. Einschlägige filmische Auseinandersetzungen mit den Folgen der Rassentrennung bieten das Filmdrama Mississippi Burning - Die Wurzel des Hasses (Mississippi Burning, 1988) von Alan Parker, das biografische Drama Malcolm X (1992) von Spike Lee sowie das Historiendrama Green Book - Eine besondere Freundschaft (Green Book, 2018) von Peter Farrelly.
und Wahlsteuern darzustellen. Eindringliche Darstellungen von Figuren, die trotz existenzieller Gefahren
wählen wollen, finden sich im Bürgerrechtsdrama
SelmaSelma (2014)
127 min • ø-Rating: 7.9
Von: Ava DuVernay
Mit: David Oyelowo, Carmen Ejogo, Tom Wilkinson
Als am 17. Februar 1965 ein Schwarzer von der Polizei niedergeschossen wird und anschließend seinen Verletzungen erliegt, explodiert der Unmut über systematische Diskriminierungen. Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. will das nicht hinnehmen und einen Protestmarsch von der Stadt Selma nach Montgomery organisieren. Doch sein Vorhaben wird erschwert: Präsident Lyndon B. Johnson ist nur schwer zu überzeugen und wiegelt mit dem Argument ab, dass das Problem der Schwarzen nicht so wichtig sei. Und George Wallace, Gouverneur von Alabama, geht sogar noch weiter und will alle Bemühungen von King und seinen Anhängern sabotieren. Zu allem Überfluss muss sich King auch noch privaten Problemen stellen, als plötzlich Anschuldigungen laut werden, er wäre seiner Frau untreu gewesen...
(2014), im Historiendrama
Suffragette - Taten statt WorteSuffragette - Taten statt Worte (2015)
106 min • ø-Rating: 6.9
Von: Sarah Gavron
Mit: Carey Mulligan, Helena Bonham Carter, Brendan Gleeson
1903 gründete Emmeline Pankhurst in Großbritannien die "Women's Social and Political Union", eine bürgerliche Frauenbewegung, die in den folgenden Jahren sowohl durch passiven Widerstand, als auch durch öffentliche Proteste bis hin zu Hungerstreiks auf sich aufmerksam machte. Neben dem Wahlrecht kämpften sie für die allgemeine Gleichstellung der Frau und für heute so selbstverständliche Dinge wie das Rauchen in der Öffentlichkeit. Die sogenannten "Suffragetten" waren teilweise gezwungen in den Untergrund zu gehen und ein gefährliches Katz und Maus-Spiel mit dem immer brutaler zugreifenden Staat zu führen. Es waren größtenteils Arbeiterfrauen, die festgestellt hatten, dass friedliche Proteste keinen Erfolg brachten. In ihrer Radikalisierung riskierten sie alles zu verlieren - ihre Jobs, ihr Heim, ihre Kinder und ihr Leben.
(Suffragette, 2015) sowie im Filmdrama
Die JuryDie Jury (1996)
149 min • ø-Rating: 7.2
Von: Joel Schumacher
Mit: Matthew McConaughey, Sandra Bullock, Samuel L. Jackson
In dem kleinen Mississippi-Städtchen Canton wird ein junger Anwalt mit einem mörderischen Fall betraut, als nach der Vergewaltigung und dem Mord an einem farbigen Mädchen der Vater im Gerichtsgebäude Rache nimmt und die vermeintlichen Täter erschießt.Nun steht der Vater vor Gericht und der Klu-Klux-Klan in der Gegend wird ebenfalls wieder aktiv. Unterstützt von einer jungen Studentin gerät das Leben aller Beteiligten in Gefahr, als Anschläge verübt werden. Doch die größte Gefahr lauert vor Gericht, in Person des gewieften Staatsanwalts Buckley
(A Time to Kill, 1996).